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Aktuelle Nachrichten

Magdeburger gewinnt 14. Mitteldeutschen Historikerpreis

Historikerpreis für Veröffentlichung über die Bauern in der Magdeburger Börde

Am 20. Dezember 2017 wurde Ingo Schulz mit dem „Ur-Krostitzer Jahresring“, der Nachbildung eines Goldrings von König Gustav Adolf von Schweden, ausgezeichnet. Dieser Preis wird jedes Jahr für aktuelle historische Forschungsarbeiten aus dem Bereich Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Südbrandenburg verliehen. Bewerben können sich Autoren, die nicht berufsmäßig als Historiker tätig sind. Der 49-jährige Jurist gewann mit seiner Arbeit „Bauern in der Magdeburger Börde – Forschungen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte am Beispiel der Familie Freytag“ den mit einem Goldring und 1500 Euro dotierten Hauptpreis. Der Gewinner ist aktives Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Genealogie Magdeburg“, einer der größten Fachgruppen des Kultur- und Heimatvereins Magdeburg. Der Autor hat am Beispiel der Bauernfamilie Freytag aus der südlichen Magdeburger Börde die Geschichte der Landbewohner der Börde vom späten Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert verfolgt. Auf etwa 250 Seiten stellt er die Entwicklung von den „Liten“ (Hörigen) des Mittelalters bis zu den protzigen Gutsbesitzern in ihren „Zuckerrübenpalästen“ um 1900 dar. Den Rest des Buchs von insgesamt ca. 700 Seiten nehmen die Stammfolge der Familie Freytag und das ausführliche Register ein. Eine großformatige Reproduktion einer Kupferstichkarte der Magdeburger Börde und eine Karte der Feldflur von Brumby bei Calbe runden das Werk ab. Die Jury hob hervor, dass die Stammfolge mit vorbildlicher Präzision belegt wurde und Beziehungen zur sozialen und wirtschaftlichen Umwelt hergestellt wurden. „Darüber hinaus entspricht die Arbeit höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen und belegt eindrucksvoll die oftmals unterschätzte Bedeutung der Genealogie.“ Weiter heißt es in der Begründung zur Preisvergabe: „Das Buch ist ein äußerst wichtiger Teil nicht nur regionalgeschichtlicher und familiengeschichtlicher Forschung, sondern auch für die Landesgeschichte des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.“ Karin Meinecke, die Vorsitzende des Kultur und- Heimatvereins Magdeburg, freut sich über die Auszeichnung für das Buch: „Unsere Vereinsmitglieder widmen unzählige Stunden ihrer Freizeit der Erforschung der Geschichte Magdeburgs und der Umgebung sowie der Präsentation ihrer Ergebnisse. Sie leisten viel für die Entwicklung des Geschichtsbewusstseins und die Verbundenheit der Bewohner mit ihrer Region. Wir sind natürlich ausgesprochen froh darüber, wenn sie dafür auch die verdiente Anerkennung bekommen.“

Urkunde

Zur Begründung der Auszeichnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wir hatten uns so darauf gefreut!

Leider können die unten angekündigten Heimattage im Bördepark aus brandschutztechnischen Gründen nicht stattfinden und müssen daher ausfallen.

24. Heimattage Magdeburg

Vom 16. bis 21. Oktober 2017 wollte der Kultur- und Heimatverein Magdeburg e.V. im Einkaufscenter Bördepark wieder seine traditionellen Heimattage veranstalten.
Die einzelnen Fachgruppen des Vereins wollten mit einer vielseitig gestalteten Ausstellung einen Einblick in ihre breit gefächerte Tätigkeit geben. Die Besucher des Bördeparks hätten sich über die selbst gestellten Aufgaben, Sachgebiete und Themen der Vereinsmitglieder und auch befreundeter Vereine auf verschiedenen kulturellen, geschichtlichen und naturwissenschaftlichen Gebieten informieren können.
Sie wären herzlich eingeladen gewesen, ihren Shoppingtag mit interessanten Einblicken in das freizeitliche Engagement vieler Magdeburger abzurunden. 

Schade!

Bördepark_1

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Großer Bahnhof im Ravelin 2 der Festung Magdeburg
Polnischer Botschafter eröffnet Ausstellung zu Jozef Pilsudski

Seit dem 14. September 2017 ist die in Europa erstmalig gezeigte Wanderausstellung "Jozef Pilsudski - Staatsmann Polens und Europas" zu besichtigen. Die sehenswerte Ausstellung wurde vom Botschafter der Republik Polen, Professor Andrzej Przylebski, feierlich eröffnet. Etwa 50 Gäste waren der Einladung zur Eröffnung gefolgt. Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, Sozialministerin Petra Grimm-Benne und der Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag Sachsen-Anhalts, Wulf Gallert äußerten sich anerkennend über die Ehrung des polnischen Staatsmanns, der in Polen und in der Welt hohes Ansehen genießt. Schon allein, dass der Mitbegründer der zweiten polnischen Republik in der Festung Magdeburg eine Haftstrafe verbüßen musste, rechtfertigt seine späte Ehrung in diesem, für Europa historisch bedeutsamen Ensemble der Festungsanlagen Magdeburgs, führte Ministerin Grimm-Benne in ihrem Grußwort aus. Den Wunsch, dass sich viele nachdenkliche Geister finden, die die Rolle des Staatsgründers Pilsudski den richtigen Platz in der Geschichte Europas und vor allem in den Geschichtsbüchern in Deutschland einräumen, brachten sowohl die deutsche als auch die polnische Seite mehrfach ein. Der Laudator Professor Bogdan Musial konnte sich, analog vieler Staaten auf dem Globus und mehrfacher Initiativen der Deutsch-Polnischen Gesellschaft sogar eine kleine Erinnerungsstätte in der Festung zu Ehren des legendären Marschalls von Polen vorstellen. Eindrucksvoll vermittelten sein Vortrag und die Exposition die Stellung der neu entstandenen zweiten polnischen Republik jener Jahre zwischen dem schon revolutionär geprägten Russland und Deutschland. Mit dieser sehenswerten Ausstellung, so Krzysztof Blau von der Deutsch-
Polnischen Gesellschaft, ist ein weiterer Schritt vollzogen, der die Stellung Pilsudskis in der Welt und auch die der preußischen Festung Magdeburg in anderem Licht erscheinen lässt. Die Lieder des polnischen Klarinettisten Jerzy Bojanowski aus jener Zeit untermalten eindrucksvoll die Rolle von Pilsudskis Legionen in einem Zeitfenster Europas, in dem die Haltung vorherrschte, dass alle Ansprüche gegen andere Staaten nur mit Gewalt und Krieg durchzusetzen waren. Eine Zeit, die sich heute niemand mehr wünscht und aus deren Ereignissen die richtigen Lehren zu ziehen sind, so das Resümeè aus den Dokumenten und Ausstellungstafeln dieser Exposition. Die Ausstellung ist in den Folgewochen jeweils dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei, für eine Spende zur weiteren Sanierung des Ravelin 2 bedankt sich der Sanierungsverein herzlich.

Jerzy Bojanowski

Jerzy Bojanowski erinnerte mit eindrucksvoll interpretierten Liedern polnischer Soldaten an jene schwierigen Jahre der zweiten polnischen Republik.

 

 

 

 

 

 

 

Linken-Fraktionschef im Landtag Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert, der Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, Krzysztof Blau, der Botschafter der Republik Polen Prof. Andrzey Przylebski, die Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt, Gabriele Brakebusch und Rüdiger Stefanek vom Sanierungsverein "Ravelin 2" waren sich einig, dass die historischen Anlagen der alten Festung der richtige Platz für eine Erinnerung an den polnischen Marschall ist.

Rüdiger Stefanek, Vorsitzender des Sanierungsvereins "Ravelin 2", Botschafter der Republik Polen Prof. Andrzey Przylebski, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, Krzysztof Blau und Fachgruppenleiter der FG Burgen, Schlösser und Herrenhäuser des Kultur- und Heimatvereins Magdeburg, Bernd Rauchensteiner (v.li.) besichtigten die Anlagen des Ravelin 2 in in der Maybachstraße.