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Fachgruppe Mineralogie

Kurzcharakteristik der Fachgruppe:
Die Magdeburger Mineralienfreunde und -sammler treffen sich regelmäßig zu Gruppenabenden mit Vorträgen und Mineralbestimmungen, Exkursionen und Begehungen heimischer Lagerstätten und Fundorte. Sie sammeln in Deutschland und aller Welt Mineralien, stellen diese aus, tauschen, bestimmen und dokumentieren ihre Funde. Eine enge Zusammenarbeit mit Museen und naturwissenschaftlichen Instituten bereichern ebenso wie Mineralienbörsen und Stadtfeste den Terminkalender der Mineralienfreunde.

Leiter(in) / Ansprechpartner(in) der Fachgruppe: Bernhard Balzer (Stellvertr. Leiter: Tino Mewes)

Telefon: 0391-6229679 (Stv. 039204-911860)
E-Mail:   bernhardbalzer@web.de (Stv. tmewes@web.de)
Link zum aktuellen Arbeitsprogramm/Terminplan

 

Beitrag zur Heimatgeschichte
der Landeshauptstadt Magdeburg
als Sitz eines großen Bergbauuntenehmens
(J.H.)

Das auch Magdeburg einst eine wichtige Rolle im Bergbau spielte, erfuhren die Teilnehmer eines spannenden Vortragsabends, auf welchem Klaus Pursche, Mitglied der Fachgruppe Mineralogie zu diesem Thema sprach. So erfuhren die Zuhörer, dass im ausgehenden 19. Jahrhundert neben dem 1894 begründeten Bergbauunternehmen Wintershall und
der 1923 gegründeten Preussischen Hütten- und- Bergwerksaktiengesellschaft (Preussag) auch
die 1896 gegründeten "Burbach-Kaliwerke, (ab 1928 Aktiengesellschaft) mit ihrem langjährigen Hauptsitz in Magdeburg eine der Pionierrollen bei Gewinnung und Einsatz von Kalisalzen spielte. Besonders dem Kaufmann und Unternehmer Gerhard Korte war es zu verdanken, dass der Burbachkonzern bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine wichtige Funktion in der deutschen Kaliwirtschaft inne hatte. Etwa 37 Gruben und 19 Fabriken gehörten bis zur deutschen Teilung zum Konzern. Bergbauanlagen in Beendorf, Grube Marie, Bartensleben(heute Morsleben, Teutschenthal, Salzmünde-Zappendorf)uns im Thüringer Revier
sind auch den Generationen nach Gerhard Korte ein Begriff. Nach der deutschen Teilung und Enteignung vieler Schächte auf dem Boden der damaligen sowjetischen Besatzungszone, zog sich die Konzern-leitung mit ihrem Stammsitz ins niedersächsische Wittmar zurück. Nur noch wenig erinnert heute an die einst erfolgreiche Zeit, als deutsche Industriekonzerne auch im Osten Deutschlands ihren Sitz hatten. Ein Stück Heimatgeschichte, die nicht der Vergessenheit an heim fallen sollte, so auch der Rechercheur über ein spannendes Stück Magdeburger Industriegeschichte.

Burbach_web

 

Schacht Marie

Das Kaliwerk Krügershall gilt neben den Bergwerken im oberen Allertal gemeinhin als wichtige Grundlage des Aufstiegs der Burbach-Kaliwerke zu einem angesehenen Konzern, der von 1928 bis 1947 seinen Sitz in der Hegelstraße Magdeburg hatte. (Archiv Klaus Pursche)

Hegelstraße 40 Denkmal

Die Hegelstraße 40 heute.
Hier befand sich einst eine die Zentrale des Magdeburger Kalikonzerns Burbach AG.
(Foto: Klaus Pursche)


An den Kalischacht in Beendorf erinnert heute noch dieses Denkmal.

 

 

 

Der Bergbaufachmann unter den Hobbymineralogen

Pursche-1

Klaus Pursche in seinem Arbeitszimmer.
Die Arbeit Untertage prägte sein Leben.

Pursche-2 Schon aus Platzgründen sammelt Klaus Pursche vorwiegend kleinste bis kleine Mineralienproben, sogenannte Mikromounts. Neben dem geringen Platzzur Aufbewahrung bieten sich die Proben in ihren Kristallformen unter dem Mikroskop dem Betrachter zumeist unbeschädigt dar.
Pursche-3 Die Grubenlampe, ein Andenken an die Niederröblinger Kumpel, nimmt einen Ehrenplatz im Herzen und im Zimmer des jung gebliebenen Bergmanns ein.

Wussten Sie, dass in Magdeburg einst ein mächtiges Kaliunternehmen seinen Konzernsitz hatte?
Ich wusste weder das, noch dass es 1892 ein Bergrevier in Magdeburg als Nebenstelle des Oberbergamtes Halle gab. Auch das die einstige Gerhard-Korte-Straße, heute Martin-Andersen-Nexö-Straße nach dem Begründer der in Magdeburg ansässigen Burbach-Kaliwerke benannt war ist kaum noch in den Geschichtsbüchernzu finden. All dies erfuhren die Heimatfreunde im Verlaufe eines spannenden Vortrags, den der heute 73 jährige, gelernte Bergmann und leidenschaftlicher Sammler montanwissenschaftlicher Zeitdokumente Klaus Pursche im September im Kultur- und Heimatverein hielt. So reist der umtriebige "Bergmann a.D." rastlos und immer wieder durch die Lande und sucht nach Sachzeugen und Resten einer einst blühenden Montanindustrie in Mitteldeutschland und darüber hinaus bis ins böhmische Pribram. Diese werden, wenn sie gefunden sind, akribisch fotografisch und beschreibend dokumentiert und mit archivalischen Zeitdokumenten bewiesen. Vielen ist noch gut in Erinnerung, wie in seinen zahlreichen Vorträgen über das Verschwinden des Salzigen Sees im Mansfelder Land, den Wettiner Steinkohlenbergbau, oder den Kalibergbau von Staßfurt und Westeregeln thematisierte. Somit dokumentierte er die Montangeschichte Sachsen- Anhalts den es war ein Bergbauland. Eine kleine aber feine,regionaltypische Mineraliensammlung nennt der ehem. Bergbautechnologe und spätere Sicherheitsfachmann heute ebenfalls sein eigen. Unterstützt von Frau Monika und befeuert vom Interesse der Enkelkinder plant Klaus Pursche für die kommenden Jahre viele weitere Unternehmungen in Sachsen-Anhalt. Wenn auch durch den familiär bedingten Umzug nach Magdeburg und dem damit verbundenen beruflichen Wechsel im Jahr 1974 sein Schacht Niederröblingen etwas weiter in die Ferne rückte, so ist er dennoch als Hobby weiterhin dem Berg- und damit den Montanwissenschaften treu geblieben. Seine fotografische Sammlung von Fördertürmen und anderen Bergbauzeugen erregt immer wieder Bewunderung auch in Fachkreisen. Wissen doch längst die Fachgruppenmitglieder in der Braunschweiger Sektion, an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und anderswo vom Schatz, den der leidenschaftliche Hobbymineraloge hütet und immer weiter ausbaut.
Spannend ist die Entstehung und Entwicklung der Erde aus verschiedenen montanwissenschaftlichen Gesichtspunkten, begründet Klaus Pursche sein breit gefächertes Interesse an allem, was mit dem Bergbau, der Mineralogie und Geologie zusammen hängt. Mit Spannung darf man erwarten das sein Vortrag Bergbau im Oberen Allertal - Die Burbach Kaliwerke - Teil zwei, weitere interessante Details der Rolle Magdeburgs in der Bergbaugeschichte Mitteldeutschlands an das Licht befödert. Dass Gerhard Korte, der magdeburger Industrielle, maßgeblichen Anteil an der Erschließung der Kalilagerstätte im Allertal zwischen Eilsleben und Walbeck hatte, sollte wohl damit hinreichend bewiesen sein. Und vielleicht ergeben sich auf der 51. Magdeburger Mineralienbörse am 5. November 2017 von 10 bis 16 Uhr im AMO-Kulturhaus Magdeburg auch dies oder jene interessante Neuigkeiten oder Sammlerstücke. Und vielleicht weckt es bei den Besuchern genau jenes Interesse, dass eine Beschäftigung in und mit der Natur ein wertvoller Ausgleich zu den täglichen Aufgaben darstellt. Auch Klaus Pursche wird sicher unter den Besuchern sein und viele alte Bekanntschaften und Bergfreundschaften wieder auffrischen können.

Literaturhinweis
Gunnar Meyenburg
Nördlicher Mittelharz
Geologische Vielfalt rund um den Brocken
2017, 200 S., 215 farb. Abb., 22 Kart., 1 Tab., Broschur, 12 x 19 cm
ISBN 978-3-494-01656-6   Best.-Nr.: 494-01656, € 16,95

Im Buch (Taschenbuchformat) sind Wanderungen zu erdgeschichtlich interessanten, montanwissenschaftlich-historischen Zeugnissen ebenso beschrieben, wie Beschreibungen zu rezenten Erscheinungsformen geologischer Vorgänge rund um den Mittelharz. Kartenwerk, Übersichten zu Museen, Besucherbergwerken und besuchenswerten Einrichtungen ergänzen den Führer durch die einmalige Gebirgslandschaft in der Mitte Deutschlands.

Neue Nachrichten von Jürgen Haase: Glück Auf - Die Eifel rief
Eine rundum gelungene Jahresexkursion der Magdeburger Hobby-Mineralogen kann in diesen Maitagen nach Christi Himmelfahrt abgerechnet werden. Zwischen 5. und 8. Mai 2016 besuchten fünfzehn Magdeburger aus dem Kultur- und Heimatverein der Stadt das aufregende Vulkangebiet links des Rheins. Gesammelt wurden Mineralien der Eifelmaare und vor allem viele Erfahrungen, Eindrücke und viel Wissen rund um dieses alte Vulkangebiet Deutschlands, dass mit vielen Besonderheiten im Vergleich zu den herkömmlich bekannten Vulkanen der Welt aufwarten kann.
Ein breit gefächertes, interessantes Kulturprogramm bot auch den mitreisenden Ehepartnern jede Menge Abwechslung. Kaiserwetter und gute Funde waren weitere Zutaten für die schönen Tage rund um den Laacher See. Beschlossen wurde auch schon der Plan für die Himmelfahrtexkursion 2017. Da soll es ins Böhmische Westerzgebirge gehen. Doch dazu wird es noch viele Diskussionen in unseren Gruppenabenden geben.

Lavabombe

Die Lavabombe von Strohn wird als die Größte eines plinianischen Ausbruchs gesehen.
Auch unser Jüngster - Arne - war begeistert.

 

Geysir
Der Geysir von Andernach schickt periodisch seine Wassermassen rund 60 Meter in die Höhe.

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Ein Bericht von Jürgen Haase

Quarzstufe

 

Ein weiterer Bericht von Jürgen Haase

 

MetzingGratlspitzeSteinbruch_Zoeblitz

Metzing Gratlspitze >> mehr Info's / Steinbruch in Zöblitz >> mehr Info's

Bericht von der Jahresexkursion der Fachgruppe "Mineralogie" >> mehr Info's

Jahresexkursion 2014

Granat im Muttergestein (Bild unten)

Serpentin mit Pyrop